"Sind die Gaspreise nicht fair?
Wenig Konkretes ........
Die Darlegung des Geschäftsführers Olaf Nimz zum Geschäftsgebaren der Stadtwerke Kaltenkirchen
enthält, wie bei allen vorangegangenen Erklärungen üblich, wenig Konkretes.
Die Umschau durfte laut Artikel Einsicht in die Kalkulation und eine notarielle Beglaubigung der Gaspreise nehmen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob dies bei einem derartig komplexen Thema für eine qualifizierte Beurteilung ausreichend ist. In gleicher Weise erfolgte übrigens (ohne detaillierte Einsicht in die Kalkulation) auch eine Präsentation im Rahmen eines Gesprächs mit Jürgen Rodenbeck, auf die Olaf Nimz im Artikel Bezug nimmt. Dass dennoch von der Interessengemeinschaft für Offenheit und Fairness in der Energieversorgung (IG) nun Kritik geäußert wird, mag ursächlich daran liegen, dass das präsentierte Material nicht detailliert nachvollziehbar ist. Im Übrigen verwundert das geäußerte Unverständnis, denn in einem Schreiben vom 23.02.2007 von Herrn Rodenbeck an Herrn Nimz wurde bereits dargelegt, dass unter Bezug auf das Jahresergebnis 2005 doch erhebliche Zweifel geblieben sind.
Folgt man den Ausführungen von Olaf Nimz, so setzt sich der Gaspreis aus ca. 60 Prozent Energiekosten, rund einem Drittel Abgaben und Steuern (hierin ist auch die Konzessionsabgabe an die Stadt enthalten – geschätzt 500.000 EUR p.a.), sowie einem Rest für Verwaltungskosten und Nutzungsentgelte, zusammen.
Etwas wurde bei dieser Aufstellung vom Geschäftsführer übersehen, nämlich die kalkulierte Gewinnmarge aus der Geschäftsabwicklung. Immerhin konnten die Stadtwerke Kaltenkirchen einen Gewinnsprung vor Steuern von 2004 auf 2005 von satten 46 Prozent verzeichnen (trotz Verluste im Stadtverkehr). Der größte Teil der Gewinne dürfte aus der Gasversorgung stammen, da der Gasvertrieb den weitaus größten Anteil am Gesamtgeschäft hat. Zeitgleich stieg der Gaspreis von 3,23 Ct. auf 4,67 Ct. brutto, das sind rund 45 Prozent. Angesichts dieser Werte stellt sich uns wirklich die Frage, ob wirklich nur gestiegene Einkaufspreise an den Kunden weitergereicht werden.
Es wurde übrigens seitens der IG auch nicht mit Zahlen jongliert, alle Angaben basieren aus verlässlicher Quelle.
In der Vergangenheit wurde von den Stadtwerken immer wieder an die willkürliche Kopplung an die Heizölpreise verwiesen. So wurde bis Juli 2006 der ansteigende Heizölpreis stets sorgsam auf der Homepage der Stadtwerke dargestellt. Danach unterblieb dies. Zufall? Nachlässigkeit?
So wurde dann auch nicht dargestellt, dass der als Bezug gewählte Heizölpreis von 51,80 EUR im Juli 2006 auf 38,67 EUR im Januar 2007 gefallen ist (Quelle: statistisches Bundesamt, Berichtsort Hamburg, leichtes Heizöl). Dies entspricht einem Preisverfall von rd. 25 Prozent.
Infolge dieser Entwicklung hat EON Hanse (Vorlieferant für die Stadtwerke Kaltenkirchen) zweimal in 2007 die Bezugspreise gesenkt: zum 1.3.2007 um 0,238 Cent brutto, zum 1.6.2007 um 0,2975 Cent brutto.
Die Stadtwerke Kaltenkirchen dagegen lediglich zum 1.4.2007 um 0,13 Cent brutto.
Gelten für die Stadtwerke plötzlich nicht mehr die immer dargelegten Abhängigkeiten?
Wenn, wie vom Geschäftsführer der Stadtwerke Kaltenkirchen betont wird, der Bezugspreis von den ca. 60 Prozent Energiekosten wesentlich geprägt wird, so hätte hier eine deutlichere Entlastung des Gaspreises in Kaltenkirchen eintreten müssen. So darf man gespannt sein auf das Jahresergebnis 2006.
Auch wenn der Anteil für Netzentgelt angeblich nur einen untergeordneten Teil des Bezugspreises für Gas ausmacht, so ist es doch bezeichnend, dass seitens der Stadtwerke ein so überzogener Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt wurde.
Unerwähnt bleibt auch der um 0,38 Cent günstigere Tarif für Gasbezug von den Stadtwerken.
Dies Angebot hat eine Laufzeit bis zum 31.3.2008. Warum dieses Angebot nicht in der Preisliste der Stadtwerke erscheint, sondern nur im Internet aufzufinden ist, ist ebenfalls eine der vielen Fragen.
Dieses Angebot zeigt doch auch, dass offensichtlich Spielräume für eine deutlichere Preissenkung vorhanden sind.
Interessengemeinschaft für Offenheit und Fairness in der Energieversorgung.
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